AUSTRALIEN

Seit zwei Wochen sind wir wieder zurück aus Australien, unsere zweimonatige Reise durch West-Australien und das Northern Territory sind zu Ende. Zeit für einen kleinen Rückblick: Was war der erste Eindruck? Wo hat es mir am besten gefallen? Was habe ich für einen Eindruck erhalten? Und wo würde ich jetzt am liebsten für längere Zeit hinziehen?

Als erstens: Australien im Winter ist nachts im Zelt kühl, manchmal sogar kalt. Und Zweitens: Wenn ein Australier sagt, der Weg könnte ein bisschen sandig und gelegentlich ein bisschen rauh sein, aber sonst kein Problem, „you can make it“, dann ist das so und man kommt auch an, auch wenn es schwierig ist, einen Weg zu erkennen. Wo ein Land Cruiser ist, ist auch ein Weg. Auch wenn Laetizia manchmal anderer Meinung war.

Aber um auf meine Fragen zurückzukehren: Als ich am ersten morgen in Perth zu Fuss die Umgebung erkundete, sassen Krähen in den Bäumen mit einem furchtbarem Gekrächze. Ich brauchte einige Tage, um mich an diese Töne zu gewöhnen. Und bei Linksverkehr über die Strasse zu gehen: Auch nach zwei Monaten war ich manchmal immer noch nicht sicher, ob ich auf die richtige Seite geschaut habe. Aber die Spielregeln im Strassenverkehr sind klar, die Fahrzeuge haben immer Vortritt. Australien ist der absolute Bubentraum, wenn es um Autos und Maschinen geht. Irgendwie scheinen alle Umbauten an den Fahrzeugen erlaubt zu sein. Mad Max lässt grüssen. Und ohne Off-Road-Anhänger mit Boot darauf sind sowieso nur Touristen unterwegs.

Australien ist ein Land, wo man sich schnell zu Hause fühlt, die Menschen sind sehr freundlich und sehr hilfsbereit. Wir sind von Perth aus zuerst gegen Süden gefahren, dann weiter Richtung Osten nach Albany und Esperance. Von dort weiter nach Kalgoorlie und zurück nach Perth. Unsere Reiseroute führte uns dann von Perth aus der Küste entlang nach Norden, in den Nambung Nationalpark, zum Kalbarra Nationalpark, zur Shark Bay und weiter bis Exmouth. Die nächsten Stationen unserer Reise waren der Karijini Nationalpark, der Millstream Chichester Nationalpark, Broome, Derby, Kununurra, Katherine und Darwin. Die Spannung stieg, als wir von Derby aus auf die legendäre Gibb River Road fuhren: Siebenhundert Kilometer Schotterpiste durch die Kimberleys bis nach Kununurra, beladen mit Wasser und Proviant für mindestens vier Tage. Naja, der Verkehr war auf dieser Strecke fast noch dichter als auf dem Highway, aber auch wenn die Geschichte dieser Route irgendwie mehr erwarten lässt, führt sie streckenweise durch wunderschöne Landschaften und zu eindrücklichen Schluchten.

Könnte ich mir vorstellen, längere Zeit in Australien zu leben? Und wo? Vielleicht in Perth, in den Wintermonaten eher kalt. Darwin, irgendwie wie Zürich, nicht mehr so freundlich wie in West-Australien. Oder Broome, eine kleinere Stadt im Nord-Westen, ein bisschen Hippiestädtchen mit Charme. Ich weiss es nicht. Was mich jedenfalls tief beeindruckt hat, ist die Freiheit, die dieses riesige Land bietet. Ausserhalb der Städten kaum Verkehr, man grüsst sich auf dem Highway, wenn man am Strassenrand stehen bleibt, halten sofort alle an und bieten Hilfe an. Dies ist wohl der stärkste Eindruck, der von dieser Reise zurückbleibt. Und ja, fotografiert habe ich auch.